DSGVOkorrigiert_EN

DSGVO korrigiert

Kurz vor dem Stichtag 25. Mai hat der Europäische Rat Änderungen zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorgelegt. Darin werden vor allem Tipp- und Verweisfehler sowie missverständliche Formulierungen ausgebessert.

Das von der EU am 19. April veröffentlichte Dokument dient dazu, falsche, zu weit interpretierbare Stellen oder auch Übersetzungsfehler in der DSGVO richtigzustellen.

Das Corrigendum wurde als Download-PDF veröffentlicht. Der Umfang von fast 400 Seiten erschreckt im ersten Moment, doch das Dokument enthält die Versionen für alle EU-Sprachen. Und so umfassen die Änderungen pro Sprache „nur“ 17 Seiten.

Angebliche Neuigkeiten für Newsletter-Versender

Die DSGVO in ihrer Gesamtheit zu erfassen und umzusetzen stellt die Unternehmen bereits vor große Herausforderungen. Dazu werden die Firmen derzeit durch viele falsche Schreckszenarien verunsichert, die auf Plattformen, in Newslettern und zum Teil sogar in Kundeninformationen verbreitet werden. Dazu ein aktuelles Beispiel aus dem Corrigendum.

Die Streichung eines Wortes in der deutschen DSGVO-Fassung könnte für Newsletter-Versender weitreichende Folgen haben, diese Ansicht geistert seit Kurzem durchs Netz.

Es geht um den Artikel 25, der sich um den Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen dreht. Darin hieß es im Deutschen bisher: „Der Verantwortliche trifft geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, die sicherstellen, dass durch Voreinstellung grundsätzlich nur personenbezogene Daten, deren Verarbeitung für den jeweiligen bestimmten Verarbeitungszweck erforderlich ist, verarbeitet werden.“

In diesem Satz wurde im Corrigendum das Wort „grundsätzlich“ gestrichen. Theoretisch könnte das freiwillige Abfragen von zusätzlichen Angaben zur E-Mail dadurch nun - anders als in der ursprünglichen Fassung - als verboten gelten, wird auf manchen Foren gesagt. Denn ohne das „grundsätzlich“ gäbe es keine Ausnahmen. 

Lost in Translation

Doch es gibt durch die Streichung des Wortes gar keine Neuerung. Denn "grundsätzlich" wurde offensichtlich falsch in die deutsche Übersetzung geschrieben und dieser Fehler wurde jetzt behoben. Es lohnt sich ein Blick in die englische Fassung, wo die Formulierung von Anfang an lautete: „The controller shall implement appropriate technical and organisational measures for ensuring that, by default, only personal data which are necessary for each specific purpose of the processing are processed.” Da steht kein "basically" oder Ähnliches. Der Satz gilt also in seiner jetzt richtiggestellten, klaren Aussage und Unternehmen sollten ihn auf jeden Fall ernst nehmen.

Und ansonsten heißt es: Kühlen Kopf bewahren angesichts der allgemeinen DSGVO-Verunsicherung!

Sehen Sie auch das DocuWare-Webinar zur DSGVO. Darüber hinaus informiert Sie das White Paper DSGVO über die neue Verordnung und ein Bitkom-Leitfaden darüber, wie Sie ein Verfahrensverzeichnis anlegen.

 

Topics: Compliance

Kommentar

Monatlicher Newsletter

Abonnieren Sie die monatlichen UserInfo, die alle Tipps und Tricks übersichtlich zusammenfasst.

UserInfo Newsletter Abonnieren

Sofortige Info

Abonnieren Sie den Produkt-Blog, um neue Artikel sofort zu erhalten.

Neueste Artikel